Während draußen die Sonne schien, zogen sich die Kinder der ersten Klassen der Bergfeldschule in einen dunklen Raum zurück und ließen in den letzten Wochen die Schatten tanzen.

Mit Hilfe einer großen Leinwand und einem Overheadprojektor wurde gespielt, experimentiert und ausprobiert. Schnell war klar, hinter der Schattenwand ist man nur ein Umriss, die Mimik ist nicht zu erkennen, dies bietet auch schüchternen Kindern einen sicheren Spielraum.

Was erkennt man gut, was weniger? Wie und wo muss ich stehen? Wer steht da hinter der Schattenwand? Erkenne ich die anderen an ihren Schatten? Was erkennt man gut, was weniger? Welchen Schatten machen Wasser oder Seifenblasen oder Luftballons? Gibt es auch farbige Schatten? All diesen Fragen stellten sich die Kinder mit Feuereifer. Als Rahmenhandlung diente das Bilderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak.

Ziel des Projektes war zum einen die Arbeit mit dem Schattentheater und die Erstellung einer Geschichte mit eigenen Elementen, unter vollem Körpereinsatz. Mal wild, mal traurig, dann wütend, erstaunt, fröhlich, voller Heimweh und zufrieden. Zum anderen ging es beim Projekt auch um Respekt und das Miteinander. Denn gerade beim Schattentheater sind die Kinder vor der Schattenwand, also die Zuschauerinnen und Zuschauer genauso wichtig wie die Darstellerinnen und Darsteller. Von vorn erkennt man vieles, kann helfen und unterstützen und ist so Teil der Schauspieltruppe, auch wenn man gerade warten muss.

Die Kinder haben in den vier Terminen einiges gelernt, selbst wilde Kerle gebastelt und diesen Leben eingehaucht. Entstanden ist ein tolles Schattentheaterbuch, voller toller Momente, die den Kindern hoffentlich lange in Erinnerung bleiben. Hier ein paar Aussagen der Schülerinnen und Schüler:

Gelernt habe ich, …

„in die Augen zu schauen ist wichtig.“

„wie man freundlich ist.“

„wie man sich richtig begrüßt.“

„dass es auch farbige Schatten gibt.“

„dass man geduldig sein muss.“

Besonders gefallen hat mir, …

„dass wir so viele Schatten machen durften.“

„unsere eigenen wilden Kerle.“

„dass wir schauspielern konnten.“

„wie wir in der Flasche waren.“

„dass ich Schiff fahren konnte.“

Sollte sich also jemand fragen, wo die wilden Kerle wohnen, kann diese Frage ganz klar beantwortet werden:

In der 1a, 1b und 1c der Bergfeldschule Poing!

Durchgeführt wurde das Projekt von der Theaterpädagogin Juliane Sturm mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins.